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Elektronische Bescheinigungen

Die ELSTER-Familie enthält auch die Möglichkeit Bescheinigungen elektronisch abzurufen. Mit diesem kostenlosen Serviceangebot unterstützt die Steuerverwaltung die Bürgerinnen und Bürger bei der Erstellung ihrer Einkommensteuerklärung. Hierzu können die elektronisch bereitgestellten Informationen direkt in die Erklärung übernommen werden (vorausgefüllte Steuererklärung).

Welche Informationen werden über den Abruf von Bescheinigungen bereitgestellt?

Die Bürgerinnen und Bürger oder deren Bevollmächtigten können hierzu bei der Steuerverwaltung zur Person gespeicherten Grund- und Bescheinigungsdaten elektronisch abrufen. Es werden insbesondere solche Bescheinigungen zum Abruf bereitgestellt, die von Dritten an die Finanzverwaltung übermittelt worden sind. Zum Beispiel können folgende Daten abgerufen werden:

  • Grundinformationen wie Name, Religionszugehörigkeit sowie für den Steuerkontoinhaber Adresse und Bankverbindung
  • Angaben aus Lohnsteuerbescheinigungen (z.B. Bruttoarbeitslohn und einbehaltene Lohnsteuer des Arbeitnehmers)
  • Angaben aus Mitteilungen über den Bezug von Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Kinderkrankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld)
  • Angaben aus Mitteilungen über den Bezug von Renten
  • Angaben über Beiträge zur Basiskrankenversicherung und gesetzlichen Pflegeversicherung (Zahlungen an Kranken- und Pflegeversicherung sowie Erstattungen)
  • Angaben über Beiträge zur Altersvorsorge (Riester-Rente)
  • Angaben zu vermögenswirksamen Leistungen.

Ab wann sind die Bescheinigungen abrufbar?

Der Abruf vorliegender Bescheinigungen ist jeden Tag rund um die Uhr möglich. Zudem können die Bescheinigungen auch mehrfach abgerufen werden. Damit kann festgestellt werden, ob mittlerweile alle relevanten Bescheinigungen an die Steuerverwaltung übermittelt wurden und einer Erklärungsabgabe bzw. Erteilung eines Steuerbescheides nichts mehr im Weg steht.

Aufgrund der jeweiligen gesetzlichen Übermittlungsfrist werden viele dieser Bescheinigungen erst Ende Februar des folgenden Jahres übermittelt und stehen dementsprechend nicht direkt zu Jahresbeginn zum Abruf bereit. Beispielsweise haben die Arbeitgeber nach Ablauf des Jahres bis zum 28. Februar Zeit, um die Lohnsteuerbescheinigungen für ihre Arbeitnehmer zu übermitteln. Gleiches gilt für Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung und zur Altersvorsorge sowie Rentenbezugsmitteilungen.

Wie erfolgt der Abruf von Bescheinigungen?

Voraussetzung für den Abruf ist eine Registrierung in Mein ELSTER  mit Ihrer persönlichen steuerlichen Identifikationsnummer in Mein ELSTER: zur Registrierung

Anschließend ist die Zustimmung zum Abruf von Bescheinigungen möglich. Nach der Anmeldung kann der Abruf in Mein ELSTER oder kommerzielle Produkter Softwareanbieter erfolgen.

Sofern die abgerufenen Daten im Sinne einer Ausfüllhilfe in der Steuererklärung verwendet werden sollen, können diese unverändert übernommen oder angepasst oder auch wieder ganz gelöscht werden. Die Steuerverwaltung kann nicht nachvollziehen, ob und in welchem Umfang abgerufene Daten verwendet oder hiervon abweichende Daten eingegeben wurden. Bei Abweichungen kann das Finanzamt aber leider nicht weiterhelfen. Eine Klärung muss vielmehr mit dem Übermittler betroffener Belegdaten erfolgen (wie z.B. dem Arbeitgeber oder der Versicherung) und dieser ggf. um eine berichtigte Datenübermittlung gebeten werden, falls dieser keine korrekten Daten übermittelt hat.

Hinweis: Die vorausgefüllte Steuererklärung wird nur auf elektronischem Wege angeboten. Sie ist Teil der Bestrebungen, das Besteuerungsverfahren zu modernisieren und papierbasierte Verfahrensabläufe durch elektronische Datenübermittlung abzulösen. Die Steuerverwaltung wird daher keine Papiervordrucke der Steuererklärung mit eingetragenen Daten versenden - auch wenn man dies anhand der Bezeichnung »vorausgefüllte Steuererklärung« vermuten könnte.

Welche Vorteile haben Sie durch den Abruf von Bescheinigungen?

Mit dem Abruf der Bescheinigungen und der anschließenden Übernahme in die Steuererklärung profitieren die Bürgerinnen und Bürger, weil die abgerufenen Bescheinigungen nicht mehr selbst eingetragen werden müssen. Man braucht weniger Zeit für das Ausfüllen der Steuererklärung. Die Steuererklärungen haben eine höhere Qualität, weil Übertragungsfehler vermieden werden. Damit lassen sich auch Rückfragen und möglicherweise sogar Einsprüche vermeiden. Das neue Angebot »vorausgefüllte Steuererklärung« bringt zudem mehr Transparenz in das Besteuerungsverfahren, weil schon vor Abgabe der Steuererklärung festgestellt werden kann, welche Daten der Steuerverwaltung vorliegen.

Hinweis: Bei der Übernahme der abgerufenen Bescheinigung in die Steuererklärung müssen diese kontrolliert werden. Die Bürgerinnen und Bürger tragen weiterhin die Verantwortung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der eingereichten Steuererklärung. Anschließend kann die Erklärung elektronisch ans Finanzamt übermittelt werden.

Wer kann die Bescheinigungen abrufen?

Da die Wahrung des Steuergeheimnisses auch bei der vorausgefüllten Steuererklärung oberste Priorität hat, können nur Sie selbst oder ausdrücklich durch Sie autorisierte Personen - wie etwa Ihr Ehepartner - die Bescheinigungen abrufen.

Darüber hinaus können auch Dritte (z. B. seinen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein) für den Abruf der persönlichen Daten bevollmächtigt werden, um diese für die Erstellung der Steuererklärung zu verwenden. Die Bundessteuerberaterkammer hat sich hierzu frühzeitig mit der Steuerverwaltung abgestimmt, um das Massenverfahren zur Berechtigungserteilung möglichst einfach zu gestalten. Die Steuerberater betreiben eine so genannte Vollmachtsdatenbank um Vollmachten zur Vertretung ihrer Mandanten in Steuersachen auf elektronischem Wege gegenüber der Steuerverwaltung nachzuweisen.

Weitere Informationen

Zusätzliche Hinweise und Erläuterungen zu den hier aufgeführten Begriffen finden Sie hier:

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